Wie wird man eigentlich InnenraumbegrünerIn?

Innenraumbegrünung ist ein eigenes Fachgebiet – einen klassischen Ausbildungsberuf „InnenraumbegrünerIn“ gibt es jedoch nicht. Entsprechend unterschiedlich sind die Wege in den Beruf.

Viele Fachkräfte bringen eine gärtnerische Ausbildung mit. Andere steigen als Quereinsteiger in spezialisierte Betriebe ein und erwerben dort Schritt für Schritt das Wissen, das für professionelle Innenraumbegrünung notwendig ist. Einen großen Teil davon vermittelt die Praxis. Denn Innenraumbegrünung ist zwar gärtnerische Arbeit – aber sie ist eine eigene Spezialisierung.

Innenraumbegrünung mit Pflanzgefäßen in einem gestalteten Arbeitsbereich

Wie steigt man in den Beruf ein?

Eine gärtnerische Ausbildung bietet eine gute Grundlage. Pflanzenkenntnisse, Verständnis für Wachstum und Entwicklung, der Umgang mit Substraten, Wasser und Nährstoffen – all das spielt auch im Innenraum eine wichtige Rolle.

Gleichzeitig kommt jedoch noch einmal ein ganz eigenes Pflanzenspektrum dazu. Die Arten, die in der Innenraumbegrünung eingesetzt werden, stammen aus tropischen und subtropischen Regionen und spielen im klassischen Gartenbau oder im Garten- und Landschaftsbau kaum eine Rolle. Wer aus diesen Bereichen kommt, bringt also wichtiges Grundlagenwissen mit, muss sich aber zusätzlich zahlreiche neue Pflanzennamen, Arten und ihre besonderen Standortansprüche aneignen. Hinzu kommt – je nach Projekt – Technik für Bewässerung oder Beleuchtung.

Der Standort im Innenraum ist auch für (sub-)tropische Pflanzen eine Umgewöhnung. Draußen wirken natürliche Lichtverhältnisse, Witterung und Temperaturenveränderungen auf sie ein. Im Innenraum ist Tageslicht oft begrenzt, Temperaturen bleiben über das Jahr vergleichsweise konstant, die Luftfeuchtigkeit kann stark schwanken.

Wer bei einem spezialisierten Innenraumbegrüner arbeitet, lernt vieles darüber im konkreten Arbeitsalltag.

Innenraumbegrüner beim Einbringen eines Großbaums in ein Gebäude

Was muss man als InnenraumbegrünerIn können?

  • Wissen über Pflanzen, deren Ansprüche und Pflege gehört selbstverständlich dazu. Das Berufsbild reicht aber deutlich weiter. Professionelle Innenraumbegrünung verbindet Pflanzenkenntnis mit Technik, Gestaltung, Pflege und einem Verständnis für Gebäude und deren Nutzung.
  • InnenraumbegrünerInnen müssen Standorte beurteilen und einschätzen können, welche Pflanzen dort langfristig funktionieren. Sie arbeiten mit Pflanzgefäßen, unterschiedlichen Begrünungs- und Bewässerungssystemen und zunehmend auch mit technischer Ausstattung wie Beleuchtung und Sensorik.
  • Gleichzeitig bewegen sie sich in gestalteten und genutzten Räumen. Pflanzen sollen nicht nur gedeihen, sondern sich sinnvoll in Architektur und Nutzung einfügen. Sichtachsen, Wege, Arbeitsplätze und die spätere Erreichbarkeit für die Pflege können deshalb eine Rolle spielen.
  • Auch organisatorisches und handwerkliches Arbeiten gehört dazu: Pflanzen und Gefäße müssen transportiert und fachgerecht aufgestellt werden. Je nach Projekt kommen Baustellenabläufe, Arbeiten in der Höhe oder besondere logistische Anforderungen hinzu.
Team beim Entladen eines Großbaums für eine Innenraumbegrünung

Warum reicht Pflanzenwissen allein nicht aus?

Eine Pflanze kann grundsätzlich für den Innenraum geeignet sein und trotzdem am vorgesehenen Standort nicht funktionieren. Vielleicht reicht das Licht nicht aus. Vielleicht lässt sich die Pflanze später kaum noch erreichen. Vielleicht benötigt das geplante Bewässerungssystem Anschlüsse, die nicht vorhanden sind. Das müssen InnenraumbegrünerInnen erkennen und klären, bevor die Pflanzen einziehen.

Innenraumbegrüner bei Pflegearbeiten

Warum ist professionelle Pflanzenpflege wichtig?

Auch nach der Fertigstellung bleibt Beobachtung wichtig. Pflanzen wachsen und verändern sich. Standortbedingungen können sich ebenfalls ändern. Gute Pflege bedeutet in der Innenraumbegrünung deshalb nicht nur Gießen, sondern Entwicklungen zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.

Dazu gehört, die Wasser- und Nährstoffversorgung im Blick zu behalten, Pflanzen zurückzuschneiden, auf Schädlinge oder andere Veränderungen zu achten und gegebenenfalls Bewässerungs- oder Beleuchtungstechnik zu kontrollieren. Entscheidend ist, den Zustand der Pflanzen richtig einzuschätzen und Maßnahmen an ihre jeweilige Entwicklung und die Bedingungen am Standort anzupassen.

Das Fachwissen eignen sich Innenraumbegrüner in Fort- und Weiterbildungen an

Welche Rolle spielen Weiterbildungen?

Gerade weil es keinen eigenen Ausbildungsberuf gibt, haben Weiterbildung und Erfahrung einen hohen Stellenwert.

Fachwissen wird in den Betrieben weitergegeben und durch Schulungen und Fachveranstaltungen ergänzt. Weiterbildungen bieten beispielsweise der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur (FvRH) oder der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) an.

Hinzu kommt der Austausch innerhalb der Branche: über neue technische Systeme, veränderte Anforderungen, Erfahrungen mit Pflanzen und Standorten oder neue Erkenntnisse aus der Praxis.

Diese Kombination aus praktischem Lernen und Weiterbildung macht unterschiedliche Einstiegswege möglich. Auch Quereinsteiger können sich das spezielle Wissen der Innenraumbegrünung Schritt für Schritt aneignen und in der betrieblichen Praxis weiterentwickeln.

Großzügige Innenraumbegrünung mit hohen Pflanzen in einem Atrium

Ein Beruf, der sich in der Praxis entwickelt

Den einen festgelegten Weg in die Innenraumbegrünung gibt es also nicht. Unterschiedliche berufliche Hintergründe treffen auf praktische Erfahrung, Spezialisierung und kontinuierliches Lernen.

Genau dieses Wissen wird auch in unseren Element-Green-Partnerbetrieben täglich angewendet und weiterentwickelt. Die Betriebe bringen unterschiedliche Erfahrungen und Schwerpunkte mit – verbunden durch die gemeinsame Aufgabe, Begrünung in Gebäuden nicht nur zu installieren, sondern langfristig funktionsfähig zu halten.

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